1. Saarbrücker Turn- und Sportkongress


 

Der Film zum 1. Saarbrücker Turn- und Sportkongress 2016


 

1. Saarbrücker Turn- und Sportkongress war Leuchtturm-Veranstaltung

Viel Lob von allen Seiten gab es für die Premiere des 1. Saarbrücker Turn- und Sportkongress, der am 14. und 25. September über 500 Teilnehmer an die Hermann-Neuberger-Sportschule lockte. Franz Josef Kiefer, der Präsident des Saarländischen Turnerbundes, zog bereits nach dem ersten Veranstaltungstag am Samstag (24.09.) ein positives Fazit: „Unser Kongress-Programm ist gut angekommen. Das bestätigt uns die Melderesonanz. Die Entscheidung, mit anderen Sportfachverbänden zu kooperieren war genau richtig.“ Die Teilnehmer kamen aus Turn- und Sportvereinen aus dem ganzen Saarland. 

„Schaut über den Tellerrand“ lautete das Motto des Kongresses. „Die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft gibt uns Anlass, über den Tellerrand zu schauen und Vereins- und Verbandsübergreifend zu arbeiten. Der eine hat eine Immobilie, der andere die Manpower und wiederum ein anderen die finanziellen Ressourcen. Vor diesem Hintergrund wollen wir die Vereinsvertreter dazu motivieren, Kooperationen einzugehen“, sagte STB-Präsident Franz Josef Kiefer samstags bei der Kongress-Eröffnung. LSVS-Präsident Klaus Meiser hob in seinem Grußwort das Engagement der vielen Ehrenamtlichen in den über 2.000 saarländischen Sportvereinen hervor, die den sportlichen Rahmen erst ermöglichten. „Wir verdanken unsere Erfolgsgeschichte im Saarsport unseren Vereinen und wir wollen dafür sorgen, dass es allen Spaß macht, sich zu engagieren in einem risikofreien Ehrenamt“, so Klaus Meiser. Der LSVS-Präsident lobte auch das Engagement von saarländischen Vereinen, die sich an der Europäischen Woche des Sports „BeActive“ mit ihren Aktionen beteiligt hatten. Der Kongress setzte im Saarland den Schlussakkord der europaweiten Aktion.

Staatssekretär Stephan Kolling stellte in seinem Impulsvortrag den Vereinssport als ideale Plattform für Integration und Inklusion in den Mittelpunkt. „Die Vereine sind ein Integrationsmotor in unserem Land. Der Sport ist universell, identitätsstiftend und genießt im Saarland eine hohe gesellschaftliche Bedeutung“, so Kolling. Der Sport diene als Brücke zwischen den Menschen und verbinde Kulturen sowie Menschen mit und ohne Behinderung. Best-Practice-Beispiel aus den Vereinen FV Gonnersweiler, dem 1. FC Völklingen, dem PSV Saarbrücken und dem Judoclub Folsterhöhe ergänzten das Thema. Passend zum Thema zeichnete der Saarländische Turnerbund die Preisträger des Ende 2015 ausgelobten Vereinspreises „Integration und Willkommenskultur im Verein“. Die Vorsitzenden der Vereine TV Limbach, TV Rehlingen und TV Oberbexbach freuten sich über die mit einem Preisgeld verbundene Auszeichnung.

Sonntags widmete sich der Impulsvortrag von Prof. Dr. Georg Wydra der hohen Bedeutung der motorischen Grundlagenausbildung von Kindern. „Bewegung ist ein Grundbedürfnis von Kindern und sollte der gesamten Persönlichkeitsentwicklung dienen. Leider ermöglichen die Grundschulen den Kindern zu wenig Freiräume, sich zu bewegen“, so Wydra. Der Sportpädagoge plädierte für ein Arbeiten in Bewegungsfeldern statt starr in Sportarten. Bewegen an Geräten oder Laufen, Springen Werfen ober Bewegen im Wasser seien solche Bewegungsfelder. Es solle ein breites Repertoire an Fertigkeiten trainiert werden. Springen sei beispielsweise eine universelle Bewegung für so viele Sportarten. Eine frühe Spezialisierung der Kinder sei kontraproduktiv. Wydra: „Die Kinder können heute in ihrem Lebensumfeld keine breite Basis an Bewegungserfahrungen mehr sammeln. Daher müssen wir im Sport anders an die Ausbildung der Kinder herangehen.“ Nicht die Orientierung an Erfolgen sollte im Mittelpunkt stehen, sondern das Ziel, die Kinder zu lebenslanger und freudvoller sportlichen Aktivität zu motivieren. Wydra ermunterte die Vereine, Kooperationen einzugehen mit anderen Vereinen.

Vertreter der Vereine SSV Heiligenwald, TV Bous und TV Illingen veranschaulichten, wie Kinderturnen im Verein vom Babyalter an umgesetzt wird. Eine von TG Saar-Turner Waldemar Eichorn betreute Turngruppe demonstrierte, wie Kinder sich im Turnverein entwickeln können. Die Nachwuchsturner im Alter von sechs bis zwölf Jahren begeisterten die Kongress-Teilnehmer mit einer spritzigen Turnvorführung.

Zwei Tage lang schauten bei der Premiere des Kongresses die Teilnehmer über den Tellerrand, lernten Neues kennen und frischten bereits bekanntes Wissen auf. Auf dem Programm standen 140 Workshops und Vorträge zu den Themenfeldern Vereinsführung/ Vereinsstrategie, Bewegungsförderung im Kinderturnen, in der Gymwelt (Fitness, Gesundheit, Dance und Natursport, Bewegungsangebote für Ältere und in der Rehabilitation, Fitness im Wasser) und im Turnen.

STB-Präsident Franz Josef Kiefer zum Konzept des Kongresses: „Uns ist es wichtig, Themen sportartenübergreifend zu vermitteln und die Teilnehmer zu motivieren, über den Tellerrand zu schauen. Wir wollen dazu anregen, dass in den Vereinen abteilungsübergreifend gearbeitet wird.“  Genau deshalb war Luisa Weber vom SSV Mutterstadt nach Saarbrücken gekommen. Über das Internet auf den Kongress aufmerksam geworden, wollte sie aus ihrem vertrauten Schwimmbecken heraus über den Tellerrand schauen. „Ich habe Workshops besucht, die nichts mit dem zu tun haben, was ich sonst im Verein mache“, sagte die 28-jährige Schwimmerin. Sie holte sich in verschiedenen Workshops Impulse für eine allgemeines Aufwärmtraining sowie ein Training mit Freihanteln. Ideen sammeln für ihre Übungsstunden wollte Hiltrud Weber. Die 67-jährige ist Vorsitzende des TV Bliesdalheim und Übungsleiterin im Kinderturnen sowie im Seniorenturnen. „Ich bin zum Kongress gekommen, um vor allem neue Übungen für meine Älteren kennenzulernen, aber auch um Bekanntes aufzufrischen.“

Neben vielen sportlichen Fortbildungsangeboten für Übungsleiter standen auch Vorträge und Workshops speziell für Vereinsvorstände auf dem Programm. Großes Interesse hatten die Vereinsfunktionäre an dem von LSVS-Vereinsberater Robert Reiter geleitetem Forum über Fallstricke bei der Veranstaltungsorganisation. An einem Fallbeispiel erläuterten Experten, darunter Rechtsanwalt Patrick Nessler, Jürgen Paulus von der Sportversicherung ARAG und Susann Schu vom Congress Centrum Saar, was Vorstände bei der Organisation ihrer Veranstaltungen alles beachten müssen. „Das Konzept des Kongresses ist genau richtig. Ich habe im Forum über Fallstricke der Veranstaltungsorganisation einiges mitgenommen für meinen Verein“, so Herbert Bruder, Vereinsvorsitzender TV Oberbexbach. Das Thema Integration von Zugewanderten im Verein in den von Klaus Kunz und Sevim Tasçi geleiteten Workshops interessierte auch viele Funktionäre wie Helmut W.F. Dreßler. Seit 38 Jahren ist er Vereinsvorsitzender der BSG Riegelsberg und als Übungsleiter tätig. „Das Thema Integration von Zugewanderten hat mich besonders interessiert. Vielleicht kann ich einige Flüchtlinge gewinnen, in unserer Fußball-Tennisgruppe mitzumachen. Da fehlt es uns an Mitgliedern“, berichtet Dreßler.

Am Ende von zwei ausgefüllten Workshop-Tagen erntete der 1. Saarbrücker Turn- und Sportkongress viel Lob: Die Veranstaltungsorganisation, die Sportschule mit ihren kurzen Wegen, die Themenvielfalt, die Betreuung der Teilnehmer, die gute Verpflegung und nicht zuletzt das gute Wetter trugen zur gelungenen Premiere des Kongresses bei. Das Konzept des 1. Saarbrücker Turn- und Sportkongresses ist aufgegangen.

Der Saarländische Turnerbund hat am Kongress-Wochenende gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern, dem LSVS, dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband Saar, Saarländischer Landesverband für Tanzsport, dem Saarländische Leichtathletik-Bund, dem Saarländischer Schwimmbund, dem Turnverband Mittelrhein, dem Rheinhessischer Turnerbund und dem Sportwissenschaftlichen Institut der Universität des Saarlandes erfolgreich über den Tellerrand geschaut und den Teilnehmern vielfältige Impulse für die sportart-, abteilungs- und Vereinsübergreifende Arbeit mit auf den Weg gegeben.

 


Die Firma Gaugler & Lutz GmbH unterstützt den Kongress mit Sportgeräten:

  

 

Kongress-Broschüre

Die Kongress-Broschüre kann im Kongress-Büro bestellt werden oder hier als Download eingesehen werden.

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Zielgruppe

• Trainer und Übungsleiter 
• Vereins- und Abteilungsvorstände sowie ehrenamtliche Entscheidungsträger
Lehrkräfte und Erzieher 
• Physiotherapeuten
• Studierende 
• Interessierten, die sich fortbilden möchten

Für die Teilnahme am Kongress ist eine Vereinszugehörigkeit nicht zwingend notwendig.