26.02.2013

Ringen muss olympisch bleiben! - STB-Präsident ruft zur Solidarisierung auf

Nach Plänen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) soll die Sportart Ringen ab 2016 nicht mehr olympisch sein. Diese Entscheidung stößt in allen Sportfachverbänden auf viel Unverständnis. STB-Präsident Dr. Kurt Bohr ruft alle Turner auf, sich mit den Ringern in einer Unterschriftenaktion zu solidarisieren.


Dr. Kurt Bohr, Präsident des Saarländischen Turnerbundes: „Ringen ist mit die älteste olympische Sportart. Nur wer gar kein Gefühl für Tradition hat, kann diesen attraktiven Sport bei den olympischen Wettkämpfen in Frage stellen. Und man darf sich nichts vormachen: wer weiß, ob morgen nicht Turnen oder Leichtathletik zur Debatte stehen. Hier ist unbedingte Soldarität angesagt. Ringen muss olympisch bleiben!“

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Gerd Meyer (Präsident des Landessportverbandes für das Saarland) sowie Bernd Wegner (Präsident des Saarländischen Ringerverbandes) haben in einem gemeinsamen Schreiben Dr. Thomas Bach, DOSB-Präsident und IOC-Vizepräsident, aufgefordert, sich für den Verbleib der beliebten Traditions- und Kernsportart einzusetzen. Insbesondere im Saarland, einem Land mit hoher Popularität des Ringens und einem sportbegeisterten Publikum, hat der IOC-Vorschlag Entsetzen und Unverständnis ausgelöst.

Gemeinsamer Appell von Ministerpräsidentin, Landessportverband für das Saarland und Saarländischer Ringerverband: Ringen muss olympisch bleiben! Lesen Sie nachfolgend den Brief im Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Dr. Bach,
mit völligem Unverständnis und großer Enttäuschung haben wir die Entscheidung des Exekutivausschusses des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zur Kenntnis genommen, die Traditionssportart Ringen von der Liste der olympischen Kernsportarten zu streichen. Für uns ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar:
Ringen ist eine der Sportarten, die schon bei den Olympischen Spielen der Antike ausgetragen wurde und im Programm der Olympischen Spiele der Neuzeit seit Anbeginn im Jahre 1896 vertreten ist.
Die Tatsache, dass in der Antike bei Unentschieden im antiken Fünfkampf der Olympiasieg ausgerungen wurde und Ringen sogar in der Olympiahymne namentlich genannt wird, zeigt die große historische Bedeutung und Perspektive von Ringen als zentraler Bestandteil der olympischen Bewegung und Gemeinschaft.
Bei aller olympischen Tradition hat Ringen aber immer wieder auf sportlichen und gesellschaftlichen Wandel reagiert. Das Frauenringen wurde intensiv gefördert und 2004 olympisch. Und der Ringerweltverband hat immer wieder mit Regeländerungen versucht, seine Sportart zuschauer- und mediengerecht zu gestalten.
Wie faszinierend Ringen in Deutschland heute ist, haben die diesjährigen mitreißenden und hoch emotionalen Finalkämpfe um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft zwischen dem KSV Köllerbach und dem ASV Mainz vor zahlreichen und begeisterten Zuschauern eindrucksvoll gezeigt.
Im Saarland hat Ringen nicht nur große Tradition, sondern ist eine der populärsten und erfolgreichsten Sportarten überhaupt. Der KSV Köllerbach war zehnmal im Mannschaftsfinale und ist sechsfacher Deutscher Mannschaftsmeister. Zwölf saarländische Sportler haben das Saarland und Deutschland in fünfzehn Einsätzen bei sieben Olympischen Spielen vertreten und sich dabei dreizehnmal unter den besten Zehn der Welt platziert – ein großer Erfolg für ein sportbegeistertes Land.

Rolf Lacour (Europameister), Konstantin Schneider (Vize-Weltmeister) und Jan Fischer (Vize-Europameister) sind klangvolle saarländische Namen in der Ringerwelt.
Und wir haben an der Hermann-Neuberger-Sportschule Saarbrücken einen angesehenen und erfolgreichen Bundes- und Olympiastützpunkt Ringen, in den der Landessportverband, das Land und der Bund in den vergangenen Jahren erhebliche Finanzmittel investiert haben.
Entsprechend groß war das Entsetzen nicht nur unter den Sportlern, sondern überall in der Bevölkerung unseres Landes über den nicht nachvollziehbaren Vorschlag, Ringen aus dem olympischen Programm zu nehmen.
Weltweit erfreut sich die Sportart Ringen in Ländern wie etwa Russland, Türkei, Iran und Aserbeidschan großer Beliebtheit – ist dort Volks- und Nationalsport. Auch in der Sportnation USA – immerhin die zweiterfolgreichste Nation bei Olympischen Spielen – hat Ringen bis heute einen sehr hohen Stellenwert. Der Ringerweltverband FILA umfasst 177 Verbände in allen fünf Kontinenten.
Wir sind überzeugt, dass die FILA im Mai in St. Petersburg Ringen überzeugend als eine moderne und begeisternde Sportart präsentieren und Ringen damit alle Voraussetzungen erfüllen wird, auch weiterhin Bestandteil einer modernen olympischen Bewegung sowie attraktiver und zeitgemäßer Spiele zu bleiben.
Hierfür werden wir gemeinsam mit Millionen von Ringerfreunden aus aller Welt kämpfen und hoffen auch auf Ihre wertvolle Unterstützung.
Sie, sehr geehrter Herr Dr. Bach, sind als DOSB-Präsident und Vizepräsident des IOC ein geschätztes und wichtiges Mitglieder der IOC-Exekutive.
Wir erwarten, dass Sie sich im Rahmen des Treffens der IOC-Exekutivkomitees im Mai in St. Petersburg sowie bei der entscheidenden IOC-Vollversammlung im September in Buenos Aires für den Verbleib der Sportart Ringen im olympischen Programm über 2016 hinaus einsetzen werden.“
 
Unterzeichnet:
Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerpräsidentin
Gerd Meyer, Präsident des Landessportverbandes für das Saarland
Bernd Wegner, Präsident des Saarländischen Ringerverbandes

Auch unsere Unterschrift zählt!

Unter www.saarringer.de kann jeder mit seiner Unterschrift dazu beitragen, dass der Ringkampfsport olympisch bleibt.


Kontakt

Geschäftsstelle
Saarländischer Turnerbund e.V.
Hermann-Neuberger-
Sportschule 4
66123 Saarbrücken

Tel. (0681) 3879 - 226
Fax (0681) 3879 - 370

E-Mail:
info(at)stb.saarland